top of page

Teneriffa

Mit einer Fläche von knapp 2.040 Quadratkilometern ist Teneriffa die größte der Kanarischen Inseln. Die Hauptstadt ist Santa Cruz de Tenerife im Nordosten der Insel. Auf Teneriffa befindet sich der mit 3.717,98 Metern höchste Berg Spaniens: Der Pico del Teide. Die Tinerfeños nennen ihn nicht ohne Grund Padre Teide. Dazu später mehr...

Teneriffa teilt sich in den  grünen (gern mal etwas feuchteren) Norden und den sonnigen, trockenen Süden. Über allen thront der Teide. Den Norden prägen Steilküsten, Lorbeerwälder und Bananenplantagen. Der Süden gehört den Strandliebhabern und Sonnenanbetern. Was ist schöner?  Kann man so nicht sagen, beide haben ihren Charme.  Der Norden  liegt mehr den Wanderern, Kulturinteressierten und jenen, die das authentische Teneriffa suchen.  Im Süden brodelt das touristische Leben. Sonne und Strände satt.  Wassersport und Party. Und doch auch ruhigere Ecken. Die Insel bietet jedem sein kleines Fleckchen Glück.

Wir haben unser Domizil im Norden im Dorf La Caleta de Interián gefunden, nahe dem wunderschönen Ort Garachico.

Unsere Wohnung lag direkt am Meer, nur durch ein kleine Promenade getrennt. Und was gibt es schöneres als ein Frühstück auf dem Balkon und vor einem zeigen die Surfer, was sie drauf haben!

Tipps für Trips

Der Norden:

Garachico gilt als der schönste Ort Teneriffas.  Der Ort wurde im 15. Jahrhundert gegründet, der Hafen wurde zu einem Zentrum für den Handel zwischen Europa und den spanischen Kolonien in der Neuen Welt. Der alte Hafen wurde  allerdings 1706 durch einen Vulkanausbruch zerstört. Tagsüber tummeln sich in Garachico entsprechend viele Touris. Abends, wenn die Tagesausflügler und Busse weg sind, ist es gemütlich: Es gibt nette Lokale und die Bars füllen sich wieder mit den Einheimischen. 

Ein paar Kilometer weiter Richtung Buenavista del Norte ("Ende der Insel") kommt noch der auch alte und hübsche Ort Los Silos. Los Silos war früher ein Zentrum für Getreideanbau. Einige alte Dreschplätze kann man immer noch finden. Heutzutage  prägen riesige Bananenplantagen die Umgebung. An der kleinen Badebucht "Charco de las Arañas"  gibt es eine einzigartige Sehenswürdigkeit, das aufbereitete und vollständig erhaltene Skelett eines Seewals. Das rund 20 Meter lange und bis zu 45 Tonnen schwere Tier wurde 2005 an die Küste Gran Canarias angespült. Das Skelett des Wals wurde auf eine Stahlkonstruktion montiert und ist echt beeindruckend!

Und wenn mal schon in der Gegend ist, sollte man sich keinesfalls den Sonnenuntergang in Buenavista del Norte entgehen lassen! Einfach durch die Bananenplantagen durch, am Golfplatz vorbei und beim Restaurante El Burgado parken. Tolles Ambiente, aber ganz günstig ist das Lokal nicht. Aber auch an der Strasse gibt es ausreichend Bänke zum sitzen und geniessen.

Versteckt in einer geschützten Bucht an der Nordküste fanden wir mehr oder weniger durch Zufall das kleine Fischerdorf San Marcos. Ein Schild zur Playa San Marcos: Wollten eigentlich nur mal eben gucken und sind dann bei den Musikanten im Casa Chicha hängengeblieben...

Sonntags treffen sich da die Einheimischen zum musizieren und singen. Das Lokal bumsvoll, wunderbare Stimmung. Mit Glück ergatterten wir noch einen Platz am Tresen. Wir waren die einzigen Touris. Mehr orginales Teneriffaleben geht nicht!

Ausflug an der Südküste entlang: 

Erster Stop Puertito de Güimar. Ein ganz nettes Städtchen, das sich trotz der Nähe zu den touristischen Zentren seinen ursprünglichen Charakter,  fernab vom Massentourismus noch weitgehend bewahrt hat. Eigentlich wollten wir aber den ethnografischen Park Pirámides de Güímar besichtigen. Aufgrund der Baustellen vor Ort und der spannenden Umleitungen haben wir den Weg dahin allerdings nicht gefunden. Okay, zurück nach "Downtown" und wir wurden belohnt. Denn da fanden wir  Las Casitas del Puertito Tía Esperanza: Alte, offenbar noch bewohnte Fischerhäuschen mit allerlei Krimskrams. Irgendwie eine Art Museum, weil offen und man rein konnte. Allerdings hielt der Hausherr zwischen dem ganzen Krusch und Krempel ein Nickerchen, da wollten wir nicht weiter stören. Sehenswert allemal!

Weiter geht's am Meer entlang an die Südwestküste nach Playa San Juan. Umgeben von Bananenplantagen und Blumenzuchten liegt der Ort zwischen den Touriburgen Playa de las Americas und Los Gigantes. Trotz vorhandener Ferienwohnungen, Apartments und Hotels hält sich der Massentourismus in Grenzen, der schöne Strand ist nicht überlaufen und der Ort strahlt immer noch eine gewisse Gemütlichkeit aus. In dem kleinen Hafen dümpeln die Boote der Fischer, die täglich mit frisch gefangenen Fischen die Restaurants versorgen. Und Einheimischenlokale mit zivilen Preisen gibt es auf jeden Fall auch.

Pico Teide

Auf geht's zum höchsten Berg Spaniens quer durch denTeide Nationalpark. Ein wahrhaft erhabener Berg! Die Guanchen nannten ihn aufgrund des Feuers in seinem Innern "Echeyde". Frei könnte man das mit Hölle übersetzen. Und im Berg wohnte Guayota, einem in der einheimischen Mythologie sehr geschätzter Dämon. 

 

Begleitet uns auf unserer Fahrt durch den Nationalpark. Eine unglaublich beeindruckende Tour. Gestartet vom Apt. in La Caleta de Interián und rauf die schmale Strasse in die Berge ab Las Cruces, durch den Nationalpark und über La Orotava dann am Meer zurück. Volle Tagestour. Achtung: Zeitangabe Google Maps ist reines durchbrettern. Bitte auch unbedingt ausreichend Getränke mitnehmen! Brotzeit schadet auch nicht.

 

Also zuerst haben wir uns langsam die Berge hoch geschraubt. Wichtig: Bergfahrten sollte man kennen und man sollte auch  keine Höhenangst haben! Doch auch nach den Serpentinen noch keine freie Fahrt: Überraschung,  erstmal 20 Minuten warten und eine Prozession mit der Dorfheiligen vorbei lassen.

 

Weiter ging es immer weiter rauf und durch die Wolkendecke hindurch. Und oberhalb der Baumgrenze gibt es dann einen fantastischen Blick bis nach Gran Canaria! Die Gegend wird nun wüstenartiger und dann ist er da: Der Padre Teide! Eingebettet in eine spektakuläre Landschaft: Las Cañadas del Teide. Die gefühlt von jedem fotografierten Roques de García haben wir uns geschenkt und sind nur dran vorbei gefahren: Abgeschreckt von Menschenmassen, Bussen ohne Ende und wild umher fuchtelnden Influencern. Auch auf den Teide bzw. die Seilbahn haben wir verzichtet. Da geht's zu wie bei uns an der Zugspitze oder dem Eibsee. Man kann verstehen, dass hier immer mehr reglementiert wird. Nur ein Stückerl weiter auf knapp 2.300 Meter die Minas de San José. Relativ wenig Leute, ergreifende Stille und Landschaft.  Dann ging es weiter Richtung Meer mit einem wieder tollem letzten Blick über die Wolken. 

Im August 2023 wüteten verheerende Waldbrände in der Region. Schon ein Jahr später erholt sich die Natur. Die kanarischen Kiefern haben sich an regelmäßige Feuer, bedingt durch die vulkanischen Aktivitäten, angepasst. Ältere Bäume besitzen eine bis zu 50-schichtige feuerfeste Borke. Die Rinde verkohlt nur außen und schützt das Innere mit verborgenen Knospen, aus denen der Baum nach dem Feuer wieder austreibt. Faszinierend! Auch richten sich die extra  langen Kiefernadeln hauptsächlich in eine Richtung, nämlich weg vom Berg aus. Die Bäume "melken" so die Wolken und versorgen sich daraus mit Kondenswasser.

Die Tour ging dann zurück über das schöne Städtchen La Orotava. Da müssen wir aber nochmal für weitere Berichte hin.

Weitere Ziele und Infos

Teneriffa ist eine unglaublich schöne Insel. Wir können hier nur ein paar Einblicke geben. Viele Orte stehen auch bei uns für einen weiteren Besuch auf der Liste.  Was wir empfehlen können sind an der Nordküste auf jeden Fall Wellen gucken. Vor allem in Bajamar ist das spektakulär und man kann in den Meeresschwimmbecken trotzdem (meistens) planschen und gleichzeitig die Wellen geniessen.

Keinesfalls sollte man sich einen originalen Wochenmarkt entgehen lassen. Wir empfehlen den Mercado del Agricultor de La Guancha (daneben steht dann auch ein Wagen mit hervorragenden Churros...).

Puerto de la Cruz: Zwiespältig. Städtisch, Touristenhochburg mit klotzigen Hochhäuseren inmitten üppiger Parks, Hotel(-burgen) aller Kategorien, herrliche Altstadt mit Kolonialbauten und direkt daneben Neon beleuchtete Bars. Trotzdem ist Puerto de la Cruz eine tolle Stadt mit wunderbaren Ecken und Sehenswürdigkeiten.  Nicht verschweigen wollen wir die Langfingerdichte vor allem in der Altstadt (z.B. Plaza Paseo San Telmo). Also aufpassen! Ausserdem sollte man die dortigen Tourilokale meiden. Da wird man teils ganz schön abgezockt. Lieber ein paar Schritte weiter oder weg vom Meer und schon ist man bei den Einheimischen und deren Tapasbars mit vernünftigen Preisen. Leider ist die Stadt auch gebeutelt mit Abwasserproblemen vor allem am eigentlichen Traumstand Playa Jardin, der schon lange gesperrt ist. Das wird wohl auch noch ein paar Jahre dauern. Trotzdem planschen da Leute in der Brühe. Dann doch lieber in das toll angelegte Meerwasser-Schwimmbad Lago Martiánez hüpfen. Kostet Eintritt, ist aber dafür sauber.

Also Leute kommt auf diese tolle Insel! Und habt keine Angst, dass der Teide demnächst ausbricht. Ja, der ist ein aktiver Vulkan und es rumpelt ab und zu etwas mehrere  Kilometer tief unter ihm. Das trifft aber auch sämtliche kanarischen Inseln zu. Und wenn Ihr dort seid, bleibt lässig und geniesst erstmal einen leckeren Barraquito (hicks)

bottom of page