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Wien

Die österreichische Hauptstadt ist die fünftgrößte Stadt der EU und die zehntgrößte Stadt Europas. In und um Wien leben rund 3 Millionen Menschen. Wien gilt als eine der lebenswertesten Städte weltweit. Wien schafft den Spagat zwischen der kaiserlichen Geschichte und modernem Großstadt-Flair. Wien ist geprägt durch seine weltberühmte Kultur, einzigartige kulinarische Traditionen und vielen Grünflächen.

Wien steht für kaiserliche und prachtvolle Architektur, wie das Schloß Schönbrunn, dem Prachtboulevard Wiener Ringstrasse oder dem Stephansdom. Wien ist aber auch Musikstadt: Heimat der Altmeister wie Mozart, Beethoven oder Strauss. Doch auch Falco, Georg Danzer, Wolfgang Ambros oder Rainhard Fendrich sind mit Wien untrennbar verbunden. Wiens Kulinarik ist vielfältig, angeführt von der berühmten Kaffeehauskultur mit Melange und Sachertorte, Wiener Schnitzel, Backhendl und Tafelspitz. Nicht zu vergessen die Würstelstände, die Heurigen oder der Naschmarkt. Das einzige, was da abnimmt sind die Scheine im Geldbeutel...

 

Tipps für Trips

Wir waren Anfang Februar im Wien. Da ist es noch ziemlich kalt, aber meist trocken. Die Stadt ist gut besucht, doch die Touristenströme halten sich in Grenzen. Man muss nirgends lange anstehen. Ein Vorteil, aber die schönen Parks und den Prater kann man sich um die Jahreszeit noch schenken. Aber es gibt ja so viel zu sehen!

Innere Stadt:

Wie könnten wir unsere Reise besser beginnen als mit einer Fahrt im Fiaker? Aufgrund der kalten Temperaturen haben wir eine geschlossene Kutsche gewählt. Wir hatten Glück mit unserem Wiener Urgestein Kutscher Martin und seinen beiden Pferderl Aramis und Hollywood.

Der Fiaker ist nicht nur Tradition und romantisch, sondern hat auch den Vorteil, dass man damit auch in die kleinen Gassen der Ringstrasse fährt. Alternativ gibt es dazu nur Radl-Rikschas und so merkwürdige kleine E-Busse. Beides günstiger und vielleicht zeitgemäßer, aber so gar nicht unsers. Die Doppeldecker-Busse fahren nur die Ringstrasse ab, aber nicht in die Innere Stadt. Ausserdem ist das unpersönlicher.

Unser lieber Kutscher Martin führte uns also quer durch die Innere Stadt voll mit Prachtbauten, Denkmälern, modernen teuren Läden und Kaffeehäusern.

Am berühmten Cafe Central stehen sogar im Februar die Touris bis zu einer Stunde an, um da ein Platz zu ergattern. Das brauchen die Traveleggis so gar nicht!

 

Das geht günstiger und gemütlicher. Nur ein paar Schritte vom Stephansplatz entfernt in einer kleinen Gasse. Dort hatte unser Kutscher Martin für uns den ultimativen Kaffeehaus-Tip: Das Cafe Diglas. Da gehen die Kutscher und Einheimischen hin. Ausser uns nur vier weitere Touris! Ein Kaffeehaus, wie man es sich vorstellt: traditionell eingerichtet, charmant, einfach ein Ort der Muße, Leseort mit Tageszeitungen, Bedienung mit typisch Wiener Schmäh. Klar gab es für uns Sachertorte und Melange. Und das für die Lage zu zivilen Preisen! Und dann kam die große Überraschung: Hightech-Klo, durchsichtig und mit dem Absperren wurde das zu Milchglas mit farbigen Videoelementen. Verrückt!

Gut gestärkt nun weiter zu Fuß durch die Innere Stadt. Und wenn wir schon mal davor stehn, gehn auch wir natürlich in den Stephansdom. Von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannt, ist er das markanteste Wahrzeichen Wiens und  österreichisches Nationalheiligtum. Der Südturm ist mit 136,4 Metern Höhe der höchste Kirchturm Österreichs. Der Dom wurde in mehreren Epochen gebaut. Grundsteinlegung für die erste romanische Kirche war 1137. Im 14. Jh. erfolgte der gotische Umbau. Weitere Erweiterungsbauten folgten. Der Kirchenraum ist dreischiffig und erschlägt einen mit seiner Pracht. Unter dem Dom befinden sich die Katakomben, ein riesiges unterirdisches Grabsystem. Über 11.000 Menschen  sollen hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Deren Skelette und Knochen liegen da in verschiedenen Kammern meterhoch gestapelt.  In separaten Gruften ruhen die Wiener Erzbischöfe und Kardinäle. In der Herzogsgruft lagern kupferne Särge der Habsburger sowie Bronzekrüge mit den Eingeweiden der kaiserlichen Familie. Irgendwie wie im alten Ägypten. Die Katakomben gibt es nur mit Führung und Fotoverbot. 

Weiter geht's durch die kleinen Gassen der Inneren Stadt. Zufällig haben wir auch das aus dem Film "Before Sunrise" bekannte Kleines Café gefunden. Voll retro, ganz sicher seit Eröffnung in den 70er Jahren unverändert und so gar nicht vergleichbar mit den üblichen Wiener Kaffeehäusern. Schräg, aber nicht unkommod.

Es lohnt sich genau in alle Ecken, Durchgänge und Gassen zu schauen. Unglaublich schön ist die Apotheke zum Goldenen Reichsapfel. Die gibt es seit 1795 und die Einrichtung ist noch unverändert. Ein lebendiges Museum! Und dann ist da noch die Sage vom Nonnenloch:

Der Keller der Apotheke, die auf den Grundmauern des alten Nicolai- Klosters steht, führt wie viele Keller in der Wiener Innenstadt, 2 Stockwerke tief unter die Erde. In einem der Keller befinden sich alte Apothekengefäße und Gerätschaften aus über 300 Jahren Apothekengeschichte. Im 2. Untergeschoß befinden sich weitläufige Räume mit Ziegelgewölbe. Ein Raum, mit annähernd quadratischem Grundriss, ist höher als die anderen Räume und hat in seinem Gewölbe ein dunkel klaffendes Loch. Von diesem Loch geht nun die Sage, dass es einst der einzige Zugang im diesen Raum gewesen sei und dass der gruselige und düstere Raum einst als Gefängnis für "gefallene Nonnen" des Klosters gedient habe. Die armen Frauen wären durch das Loch herabgelassen worden und sollen dann das Tageslicht nicht mehr erblickt haben. Ein menschlicher Rückenwirbel, der im Keller gefunden wurde, findet sich heute noch in der Sammlung der Apotheke.

Weitere Ziele:

Frei nach Rainhard Fendrich: Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? Dann ist es ein Vorteil, wenn man im Februar in Wien ist. Denn da muss man unbedingt zum  Wiener Eistraum am Rathausplatz: Ein wunderschönes riesiges Eislaufareal vorm Rathaus, sogar auf 2 Ebenen. Und abends ist das einfach traumhaft schön beleuchtet. Gibt's nur im Winter vom Januar bis März. Glück gehabt. Gewaltig!

Der Wiener Eistraum zählt mit 10.000 qm Fläche  zu den größten Open-Air-Kunsteisbahnen der Welt. Täglich ist von  10 bis 22 Uhr geöffnet. Und es wäre nicht in Wien, wenn man nicht zu Musik aller Art über Eis flitzen oder Pirouetten drehen könnte. Da gibt es dann bekannte Musik-Hits für jedermann, aber natürlich auch Walzerklänge.

Uns hat das total geflasht! Was für ein Spektakel. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Ein absolutes Highlight unseres Wien-Besuchs.

Essen und Trinken ist für uns nicht nur Grundbedürfnis sondern Lebensgefühl. Also müssen die Traveleggis natürlich den Naschmarkt besuchen. Ein Eldorado für Augen, Nase und Gaumen. Vergleichbar mit dem Münchner Viktualienmarkt, nur deutlich größer! Ein Erlebnis für die Sinne. Man könnte Naschen und Kaufen bis zum Abwinken. Wetter war nicht so prickelnd, daher auch einige Stände geschlossen. Allerdings war es auch überhaupt nicht voll und wir konnten gemütlich bummeln und schauen.

Wien ist aufgrund seiner Geschichte und Kultur voll mit Museen aller Art. Alles kann man ja gar nicht besuchen. Da muss man sich schon was rauspicken.  Am Hundertwasser Village kommt man aber nicht vorbei! Da ist nicht nur das bekannte schief bunte Hundertwasser Haus, sondern auch das Museum Kunst Haus Wien. Wenn man in der Gegend ein bisserl zu lang herumläuft und dann mal Lulu muss, gibt es sogar Hundertwasser-Toiletten ("Weh-Zeh")! Damit hatten wir nicht gerechnet...

Gleich gegenüber vom Hunderwasser Haus noch ein Besuch im Zitat: "weltweit einzig echtem Fälschermuseum". Ganz kleines Privatmuseum für Kunstfälschungen. Es werden spektakuläre und auch amüsante Kriminalgeschichten rund um die echten gefälschten Werke berüchtigter Kunstfälscher wie z.B. Han van Meegeren, Konrad Kujau oder Edgar Mrugalla erzählt. So erfährt man u.a., warum der berühmteste englische Fälscher "Zeitbomben" in seinen Fälschungen versteckte, ein anderer unter mysteriösen Umständen ermordet wurde und ein gefälschter Truthahn in Deutschland Geschichte schrieb.  Sehr spannend, leider Fotoverbot (damit man die Fälschungen nicht fälscht, oder so... ). 

Nach so viel Kultur empfehlen wir einen kleinen Spaziergang am Donaukanal oder einen Abstecher zum wunderschönen Sünn-Hof.

Die Wiener haben zum Tod ein ganz spezielles Verhältnis. Gestorben wird immer. In Wien sogar mit viel Humor, vor allem in dem weltweit einzigartigem und kuriosem Bestattungsmuseum Wien.  Also wo könnte das Bestattungsmuseum besser aufgehoben sein als am  Wiener Zentralfriedhof? Dieses Museum ist anders, merkt man gleich am Eingang, wo einen das Maskottchen QuiQui enpfängt. QuiQui ist eine echt liebenswerte Darstellung des Sensenmannes und der wienerische Ausdruck für den Tod. QuiQui ist super!

 

Auf humorvolle aber auch pietätvolle Weise erfährt man allerlei Wissenswertes über das Wiener Trauerzeremoniell, das Bestattungswesen, Geschichten des berühmten "Wiener Totenkults" und der "schönen Leich". Zu den eindrucksvollen Exponaten zählen etwa das Herzstichmesser, eine Rettungsglocke für Scheintote, originale Konduktkutschen, Uniformen und Trauerobjekte aus den letzten Jahrhunderten. Historische Dokumente und multimediale Einblicke veranschaulichen den Wandel der Bestattungskultur bis heute. Kurzweilig, interessant, lustig und teils auch a bisserl bizarr.

 

Das Bestattungsmuseum ist für seine makabren und charmanten Sprüche  bekannt. Der Souvenirshop ist voll davon.  Mit schwarzem Humor und viel Selbstironie nehmen die Souvenirs und Slogans dem Tod den Schrecken. Und QuiQui ist immer allgegenwärtig. Natürlich hat er mit unseren Maskottchen Reise-Fips und Kevin The Bavarian schnell Freundschaft geschlosssen.

Was wäre eine Reise nach Wien ohne einen Besuch bei einem Heurigen mit Schrammelmusi und Wiener Liedern? Gar nicht so einfach Anfang Februar. Die Heurigensaison hat da noch nicht begonnen und in die touristischen ganzjährigen Stadtheurigen wollten wir nicht. Doch das Glück war uns hold: Pünktlich zu unserem Trip gab es den ersten Original Wienerlieder Abend  2026 im traditionsreichen Lokal Heuriger Mayer im Beethovenhaus in Heiligenstadt. Und wo Beethoven kreativ war, konnte es für uns nicht schlecht sein! In einem tollen Ambiente haben wir uns feinste Wiener Schmankerl und einen hervorragenden Wein schmecken lassen. Für das perfekte Heurigenfeeling sorgte dann das Who is Who der Wienerlied-Szene:  Julia Sternik, Karl Zacek und das "Sanatorium Grinzing" - tolle Musiker!  Und als einzige Touris im Lokal wurden wir herzlich vom Service, den Gästen und auch den Musikern aufgenommen bzw. adoptiert. Wunderbar! Wir kommen wieder und dann wird es auch Wiener Lieder mit Maultrommel geben - ausgemacht is ausgemacht...

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